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Die Jahre 1900 bis 1943

Gemeinsam mit dem Militärveteranenverein oder auch alleine wurden Sommerfeste im Kaltenbach und beim Fatschenbichler ausgerichtet, es wurde fleißig geübt, und so übernahm Hauptmann Johann Schruf im Jahr 1902 die Wehr.

1902

Der erste Einsatz unter seiner Leitung fand am 22. März 1902 am Semmering, beim Brand der Pension „Waldhof“ nahe dem Südbahnhotel statt. Hauptmann Schruf, nebenbei Mühlen- und Bäckereibesitzer in der Werkstrasse, war technischen Neuerungen gegenüber sehr aufgeschlossen, und so war er der erste Kommandant des Bezirkes Mürzzuschlag, der über ein Kommandantenauto verfügte. Im Jahr 1905 wurde es beim Bezirksverbandstag in Spital eingesetzt und allgemein bestaunt.


In der Ära Schruf kam es noch vor dem ersten Weltkrieg zu mehreren Großeinsätzen, darunter dreimal bei Bränden in der Spitaler Fassdaubenfabrik Garfunkel zwischen 1909 und 1913, wobei sich letztlich herausstellte, dass alle Brände gelegt worden waren.


1910 rüstete man auf. Die Steinhauser Wehr war gegründet worden, der trat man nun eine Fahrspritze ab, und selbst legte man sich eine Kernreuter - Dampfspritze zu, die lange Jahre im Dienst stand. 1914 brannte es in Steinhaus beim Hotel Gesselbauer. Während des Brandeinsatzes in der Nacht zum 8. Februar kam es zu tragischen Szenen, als ein betrunkener Militäroffizier das Kommando an sich riss, den Feuerwehrkommandanten ohrfeigte und befahl, zur Bergung des Mobilars Spiegel aus dem Dachgeschoss durch die Fenster hinauszuwerfen.


Der nachfolgende Weltkrieg traf auch die Spitaler Wehr hart. Männer und Pferde wurden eingezogen, es gab kaum noch Bespannungen für die Feuerwehrwägen, und der Mannschaftsstand war bis 1916 beinahe halbiert worden. Zum Glück gab es während dieser Jahre keine Großeinsätze.


Auch die Jahre nach dem ersten Weltkrieg waren äußerst schwierig. Großbrände, wie der des Hofbauernhauses am Hochweg im Jahre 1920, der Steinhauser Erhartsäge im Jahr 1923 oder des Hocheckwaldes im Jahr 1926, verlangten der Wehr einiges ab. Der Ausbildungsstand blieb aber weiterhin hervorragend, auch wenn die Finanzierung der Ausrüstung durch die Finanz- und Wirtschaftskrise jener Jahre immer schwerer wurde. Trotzdem ging man in den Jahren 1926 und 1927 daran, das Rüsthaus umzubauen, ein Teil der Grundmauern steht heute noch in dieser Form. Der Mannschaftsstand hatte sich bis 1928 auf 51 Aktive und 72 unterstützende Mitglieder erhöht.

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1931 brachte einen Hauptmannwechsel. Der langjährige, erfolgreiche Hauptmann Schruf ging in die verdiente „Pension“, und auf ihn folgte als Kommandant Schustermeister Ignaz Pontesegger. Er leitete die Geschicke vorerst bis zum Jahr 1945.

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Neben der technischen Aufrüstung - 1934 wurde das erste Rosenbauer Aggregat angekauft – musste Pontesegger die Wehr insbesondere einigermaßen unbeschadet durch das Dollfuß- und Hitlerregiment führen, und das war nicht immer leicht.

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Schon 1936 wurden die Statuten der Feuerwehren verändert, der Hauptmann wurde zum „Wehrführer“, ein neues, militärisches Exerzierreglement wurde erlassen, und die Übungen wurden zu „Rapporten“.


Noch interessanter gestalteten sich die  Änderungen ab 1938. Seit dem 1.1.1938 unterstand die Feuerwehr direkt der deutschen Polizei und damit dem Reichsführer SS Heinrich Himmler.

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Die „vormilitärische Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren“ begann im Oktober 1939, und dann wurde es auch schon skurril. 1940 wurden die alten Messingkupplungen der Schläuche „als Geburtstagsspende für den Führer“ eingesammelt, und die rücksichtslose Ausrottung alles Österreichischen machte den Hydranten bald zum „Wasserpfosten“.

Schon 1942 bekam auf Grund des Mannschaftsmangels die HJ Spital den Einberufungsbefehl in die Feuerwehrschule nach Graz, und im Herbst 1942 noch kommandierte Sepp Köberl an die 40 Mitglieder der Feuerwehr-HJ sowie des BDM. Schon bald begannen auch Luftschutzübungen.


Technisch wurde die Feuerwehr Spital in diesen Jahren auch aufgewertet. Schon 1939 bekam man das erste Auto, ein LF 5, oder auch „LF-K“ genannt, der Firma Deutz in Ulm.

1939

1944 wurde dieses Fahrzeug an den Löschzug Steinhaus abgegeben, weil man selbst ein nagelneues Mercedes-Tanklöschfahrzeug, das berühmte LF 15, erhielt.

1944_LF15

Größere Einsätze gab es zwischen 1938 und 1945 zum Glück keine, sieht man vom Brand des „Hansl im Greit“ im Jahr 1943 ab.

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